Abstract Männlein-Robert (38/2014)

In diesem Beitrag geht es um die (ersten) Waffen Achills, denen Homer in der Ilias nicht nur besondere Aufmerksamkeit schenkt, sondern auch eine eigentümliche, komplexe Bedeutung zuschreibt. Die Rolle dieser Waffen im Kriegsgeschehen, die Wirkung auf ihre Träger (zuerst Patroklos und dann vor allem den troischen Helden Hektor) und ihre poetische Funktion im (Kon-)Text lässt sich anhand kulturwissenschaftlicher Methoden aus dem Bereich der “material culture”/„Dingkultur“ neu interpretieren. Die Waffen Achills haben eine eigene Biographie (“biography of things”) und gleichsam magische Qualitäten, die freilich durch die archaische Modernität Homers wirkungsvoll in Frage gestellt werden. Als sich Hektor die Waffen Achills aneignet und in diesen kämpft, ergeben sich weitreichende Konsequenzen aus dieser bei Homer mehrdimensional komponierten Szene.